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Amüsantes und Skurriles

Bei den tickenden Doppeluhren
sieht man uns, die Schachlemuren,
hocken hinter den Figuren.

Manche holen sich Blessuren,
stolpern hilflos in den Spuren,
die die großen Meister fuhren.
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Bekannt bzw. in der Chronik erwähnt ist die Geschichte, als anno 92 vier wackere Kämpfer nach Buch aufgebrochen sind, um sich bei kampflosen Niederlagen an vier Brettern die unvermeidliche Pleite abzuholen. Nachdem dann alle gewonnen hatten und das sensationelle 4:4 feststand, ist folgende Bemerkung überliefert, die einer der Unsrigen zum Abschied den verdutzten Buchern hinterließ: „ Das nächste Mal kommen wir zu Fünft.....“
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Geschehen und gesehen beim Auswärtsspiel der Vierten in Johannis: George Bauereiß hatte eine Figur eingebüßt und auch seine ganze Stellung war äußerst bescheiden. Doch da fand er, kaum zu glauben, ein kurzfristiges Matt. Er setzte also Matt, seine Gegnerin war gerade nicht am Brett. Als sie nun zurückkam, reichte er ihr –sie hatte sich noch nicht mal wieder gesetzt- zum versöhnlichen Abschluß der Partie spontan die Hand, die sie annahm, warum auch nicht. Nun denn. Eigenartig wurde es, als zufällig beide Mannschaftsführer, die den Sieg an diesem Brett für Zabo durch Matt mitbekommen hatten, im Vorraum hörten, wie diese Spielerin den Mannschaftskollegen freudestrahlend von ihrem Sieg (?!?) berichtete. Man ging mit ihr zurück zum Brett und brachte ihr schonend bei, daß da ja wohl ein Mißverständnis vorläge, ihr Gegner hätte keineswegs aufgegeben, wie sie dachte, er hatte mal schnell Matt gesetzt. So konnten sich doch nicht beide über einen Sieg freuen.....
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Gelesen in einer Ausgabe der Vereinszeitschrift Zabo-Schach: „Wir danken dem Mannschaftsführer für seinen nicht vorhandenen Bericht.“
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Es geschah beim letzten Zabo-Open im September 2005. Christoph Koblenz focht gerade das nervenzerreißende Ende einer umkämpften Partie, die Duellanten, beide bereits in höchster Zeitnot, blitzten das Endspiel herunter, umsäumt von vielen gespannten Zuschauern. Was wohl die meisten der Zuseher bemerkt hatten, allerdings keiner der Kontrahenten: Christoph, der dann letztendlich durch Zeitüberschreitung verloren hatte, spielte schon seit geraumer Zeit ohne König, der war in der Hitze des Gefechts irgendwie abhanden gekommen! Völlig unbewiesen dabei die kühne These, das sei geschickt von ihm gewesen, denn welchen König hätte denn sein Gegner mattsetzen sollen?!??
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Derselbe Christoph K. spielte die Hauptrolle bei einem amüsanten Zwischenfall in und vor den Räumen von Schwarzweiß Süd. Während des dortigen Mannschaftskampfes fiel Käpt`n Schnabel auf, daß C. nicht mehr da war. An und für sich nichts Ungewöhnliches, jeder kann ja mal ein längeres menschliches Bedürfnis haben. Aber genau dieser C. hatte ihn doch vor einigen Minuten erfolglos nach Kleingeld für den Getränkeautomaten gefragt und noch gemeint, er wolle sich dann halt schnell außerhalb bei der Kneipe im Nebenhaus was holen. Nur, wußte er, der ja einige Jahre nicht in Nürnberg war, daß bei Schwarzweiß Süd ab 21.00 Uhr die Haustüre nicht mehr von außen zu öffnen ist? Mannschaftsführer Schnabel eilte ahnungsvoll nach unten, richtig, prompt war die Tür abgesperrt und nur von innen zu öffnen. Drum blieb er also verschwunden, aber wo war er, was tun? Nachdem ein zufällig eintreffender Spieler der Hausherren die Tür auf „offen“ umgestellt hatte, schien das Problem gelöst, Beide fuhren im Aufzug wieder nach oben. Da erreichte Schnabel auf dem Mobiltelefon der Anruf seines Vereinskameraden Paul Wittmann, der gerade bei Zabo für die erste Mannschaft mitten im Spiel war: „Der Christoph hat mich gerade von einer Kneipe aus angerufen, er kommt bei euch unten nicht mehr rein!“ Alles löste sich schließlich, die Parte endete am Rande bemerkt friedlich remis, aber so einen Anruf hat Käpt´n Schnabel auch noch nie bekommen.....
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Vor einem Mannschaftsspiel waren nur sieben Leute da. Kein Problem, hieß es, Marcus kommt noch. Also fingen alle unbekümmert an zu spielen, und tatsächlich traf nach einer Weile Markus Reinhardt ein, um seinen Platz einzunehmen. Nun hub jedoch eine gewisse Verwirrung an, Mannschaftsführer Herbert blickte ganz verdutzt, denn er hatte --- Marcus Scholz in die Liste eingetragen! Leider mußte dann zu Siebt weitergespielt werden. Der Grund für diese Verwechslung sowie das Endergebnis konnten nicht mehr exakt eruiert werden.
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Auszug aus dem Protokoll der Vereinssitzung vom 16.09.1997: „Tagesordnungspunkt 7:  Pinkelpause, zumal eine vollständige Mondfinsternis am Himmel stand.“
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Die Erste mußte wieder einmal in Postbauer ran. Man traf sich also in Zabo und fuhr dann mit zwei Autos vergnüglich los. Kurz vor dem Ziel, sie waren schon im Ort angekommen, hielt das erste Fahrzeug mit einer Notbremsung, jemand stürzte heraus, auf das zweite Auto zu, sagt mal, habt ihr den Vitalij dabei? (Wir nämlich nicht). Leider war Vitalij auch nicht im zweiten Auto, er war schlicht daheim vergessen worden! Die Geschichte ist noch nicht zu Ende, Lothar wurde telefonisch davon überzeugt, wie schön doch ein spontaner Sonntagsnachmittagsausflug nach Postbauer sei, und so brachte er zum Glück den armen Vergessenen noch nach. Der wurde also mit immensem Aufwand nachgekarrt, setzte sich ans Brett --- und hatte nach 20 Zügen verloren.
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Anlässlich des damaligen Umzuges der Schachspieler vom kleinen in den großen Nebenraum soll ein gewisses, naja, unschöneres Zitat gefallen sein, jedenfalls beschwerte sich der Gesamt-Vereinsvorsitzende Walter Kührt hernach, „Rattenloch“ sollte der kleine Nebenraum nun wirklich nicht genannt werden.
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Es war einmal ein Simultanspiel bei Zabo gegen den großen herausgeforderten Meister Behara. Der schlug vor, jeder könnte bis zu DM 20,-- gegen ihn setzen. Einige machten davon Gebrauch; einer der Zabo-Spieler hatte übrigens fast kein Geld bei sich, setzte schließlich zusammengekramte 10 Mark. Doch es lief so gar nicht nach dem Geschmack des Meisters, der ausgerechnet gegen alle gewann, die nichts gesetzt hatten; gegen die Übrigen erreichte er lediglich 50%. So ging er schließlich mit den 10 Mark nach Hause, die er sinnigerweise gegen den einen bewußten Spieler gewonnen hatte. Im Gehen ließ er noch verlauten, das würde er kein zweites Mal machen.
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Legendär in mehrerlei Hinsicht verlief das Mannschaftsspiel der Zweiten in Cadolzburg. Es fing damit an, daß man nur mit fünf Spielern anreiste, dafür mit einem ganzen Zuschauer. Nachdem sich die Mannschaft tatsächlich bis auf 3:4 herangekämpft hatte, schien Peter Forche am letzten Brett auch wegen beginnender extrem großer Zeitnot ohne Chance auf den Sieg, und Kapitän Hennemann gestand ihm sogar von sich aus zu, Remis anzubieten. Das lehnte jedoch sein Gegner ab, zu gierig war jener offenbar auf den Sieg. Doch die Partie drehte sich, Peter F. spielte wie um sein Leben, wuchs im Blitz über sich hinaus und setzte in der Tat den Gegner zum tollen Mannschafts-Remis matt – mit 12 verbliebenen Sekunden auf der Uhr, wie nachher festgestellt wurde. Damit war der erfreuliche Teil des Abends beendet. Der Weg zu den Autos führte über den völlig unbeleuchteten Sportplatz, an dem gerade gebaut wurde. Auf einmal war Stefan Schnabel (das war der mitgereiste Fan) weggesackt! Eben ging er noch neben den anderen, plötzlich war er weg. Er war in ein glatt metertiefes Loch gestürzt, das die Bauarbeiter absolut ungesichert offen gelassen hatten. Für Ihn endete der vergnügliche Abend unter großen Schmerzen im Krankenhaus zum Röntgen. Die Geschichte ging allerdings noch glimpflich aus, es war nichts gebrochen außer der Moral der Cadolzburger.
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Auszug aus Stefan Schmids Erinnerungen an den Ausflug nach Kirschletten 1994: „Die Besichtigung eines dreckigen, stinkenden, von Wölfen gut behüteten Kuhstalls möchte ich mit Rücksicht auf die debile Bäuerlichkeit nicht weiter schildern.“
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Interessant ist auch die Geschichte des Pokalendspiels 1995. Es fand zwischen Paul Wittmann und Petzi Arold auf Pauls heimischem Balkon (!!) statt. Der Überlieferung nach hat neben den unentbehrlichen Schachfiguren auch so manche Flasche (Hochprozentiges) eine nicht unbedeutende Rolle bei der Findung des Pokalsiegers gespielt. Auf Deutsch: der weniger Besoffene (Paul) hat gewonnen.
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Die letzte Geschichte trug sich am Dillberg zu, wo früher der Verein Postbauer-Heng seine Heimspiele in einem recht weitläufigen Hotel austrug. Die Zabo-Mannschaft, es war die Zweite, reiste an, begrüßte die gegnerische Mannschaft, es wurden noch ein paar Nettigkeiten ausgetauscht, dann trugen die Mannschaftsführer ihre Spieler in das Formular ein. Damit fertig, meinte unser Herbert Hennemann, der andere Mannschaftsführer habe da einen kleinen Fehler gemacht, Zabo sei doch die Auswärtsmannschaft. Wieso, sagten sie anderen zu den Zaboranern, ihr spielt doch hier zuhause. Da kam erst heraus, daß keine der beiden von Postbauer war, beide waren Gäste und sollten gar nicht gegeneinander antreten! Der „richtige“ Gegner, die Heimmannschaft,  traf erst danach ein.

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