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3. Mannschaft 2011/2012

Zabo-Eintracht N. 3. - SC Postbauer-Heng 3. 3,5 : 4.5

Runde 9 am 20.04.12


Eine Remisorgie auf den hinteren Brettern
kann man mit noch so blumigen Lettern
nicht verschönern und vergolden,
daß wir nicht taten, was wir solllten.

Dabei nehme ich mich durchaus nicht aus. Mein Gegner, etwa 200 DWZ schmächtiger als ich, hatte mir in der Eröffnung 2 Bauern abgenommen und bot mir alsbald mit dem Hinweis auf seinen Freibauern Remis an. In dem Moment fragt mich Larry, ob er das Remisgebot seines Gegners annehmen dürfe. Ich wollte der Remisschieberei nicht Vorschub leisten und verbot es ihm, ohne in sein Brett zu schauen. Da konnte ich selber natürlich nicht Remis gewähren, spielte weiter und nahm dem Gegner kurz darauf den Freibauern wieder  ab, nicht ohne ihn um seine Qualität zu erleichtern. Damit schien an meinem Brett die Lage geklärt. Nach dieser Wendung konnte ich auch noch unserem Benny raten, nicht auf Remis zu spielen. Es dauerte freilich nicht lange, bis mir mein überheblicher Leichtsinn in Form eines Qualitätsverlustes einen üblen Streich spielte. Danach war es an mir, das Remis zu suchen. Ein Angebot, das Hans Stephan nicht ablehnen konnte, weil nur durch Zugwiederholung für ihn der Mattexitus zu vermeiden war. In dem Moment meldet Larry König Vollzug, dh. Sieg in einer schönen Kampfpartie, was mich ein wenig beschämte, hatte ich doch, obwohl ich ihm das Weiterkämpfen mit meinem Beispiel geraten, selber nur Remis aufzuweisen. Hubert Mantel, eingesprungen für den an die Zweite abgetretenen Dyroff, kommt indisponiert gegen einen 500 DWZ-schwächeren über ein Remis nicht hinaus und Christoph bittet darum, nicht auf Gewinn spielen zu müssen. Ich sehe Benny und Jürgen auf dem Gewinnweg, erinnere mich daran, zu welchen schwachen Zügen Christoph, zumal in Zeitnot, imstande sein kann, und genehmige das Remis.
Doch mit unseren Spielers Kräften
ist kein ewiger Bund zu flechten.
Damit will ich sagen, daß ein Mittelspielvorsprung noch lange nicht den Sieg garantiert. Im Falle Jürgen Tränkls ein besonders unglücklicher Ausgang, hatte er doch eine Figur für eine Reihe  von Bauern geopfert, um am Ende den Sieg durch einen Berührtgeführtzwangszug zu versäumen.
Drei verbundene Bauern samt König vor der Umwandlung stehen einem Springer samt König  gegenüber, eine theoretische Gewinnsituation. Jürgen hat zwei Züge zur Verfügung, verwirft den Königszug, der ihm einen Bauern und den Sieg kosten würde, berührt aber reflexartig den König. Der Gegner Märtin ist in tiefes Nachdenken versunken, als sein kiebitzender Mannschaftskollege Stephan, mein vorheriger Gegner laut bemerkt, daß er keine Angst zu haben brauche, weil Jürgen mit dem König ziehen müsse, den er eben berührt. Darauf bricht ein Tumult aus und ich werde zur Schlichtung hinzugebeten. Die Behauptung von Märtin, daß er den Zwangszug schon noch angemahnt hätte, ist nicht zu widerlegen, Tränkl leugnet die Berührung des Königs nicht. Also gebietet wohl die sportliche Fairness, den Zug auszuführen und in das Remis einzuwilligen.

Die beiden ersten Bretter wurden nach langem Kampf gegen deutlich stärkere Gegner verloren. Benjamin Schwegler fand in besserer Stellung keine Gewinnfortsetzung und willigte in ein Remis ein. Das Ergebnis 4,5 zu 3,5 für die Postbauern, gegen die wir eigentlich wegen der Vorgeschichte unbedingt gewinnen wollten, ist an den hinteren 5 Brettern zu verantworten.

Zabo-Eintracht N. 3. (1564Ø) gegen SC Postbauer-Heng 3. (1566Ø) 3,4:4,5
1. Kögler,Christian       0:1     Stürmer,Martin 
2. Johansson,Anders       0:1     Höppe,Dirk
3. König,Larry            1:0     Lamprecht,Friedrich
4. Tränkl,Jürgen       0,5 : 0,5  Märtin,Eberhard
5. Schwegler,Benjamin  0,5 : 0,5  Stenger,Herbert 
6. Koblenz,Christoph   0,5 : 0,5  Klinger,Klaus 
7. Hennemann,Herbert   0,5 : 0,5  Stephan,Hans   
8. Mantel,Hubert       0,5 : 0,5  Grill,Johannes

Damit haben wir mit sehr viel mehr Glück als Schachverstand die Klasse gehalten.

Herbert Hennemann

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